Wetterglück bei der Exkursion in die Thurauen

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Erlebnisbericht von Oliver Stäuble

Am Pfingstmontag, 24. Mai 2021, um 09.15 Uhr versammelte sich eine Gruppe von 48 interessierten Leuten. Sie folgten der Einladung des TVS (Birdlife, Thurgauer Vogelschutz), der Naturschutzgruppe Felben-Wellhausen sowie dem Natur- und Vogelschutzverein Frauenfeld. Beim Rastplatz der Bürgergemeinde Felben-Wellhausen trafen sich die Besucher mit den drei Exkursionsleitern Ruedi Lengwiler (Forstamt Kanton Thurgau), Reinhold Müller und Urs Thoma ( Ranger Naturschutzgebiete). Jakob Rohrer, Co-Präsident des thurgauischen Vogelschutzvereins, machte eine freundliche und kurze Begrüssung. Daniel Jung, Präsident der Naturschutzgruppe Felben-Wellhausen, begrüsste die Besucher ebenfalls. Auch die Ranger stellten sich kurz vor.

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die Exkursion führte über vier Posten, die bei den Etappen der Thur- Renaturierung angelegt waren. Nun wurde losmarschiert in verschiedene Richtungen zu den Erlebnisposten.

Erster Posten: Revier Wyden

Das Auenschutzgebiet an der Thur zeichnet sich aus durch Auenwald, Thuraltläufe, Kiesbänke, Brutwände und Flutmulden. Es ist ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung.

Zweiter Posten: Thurdamm
Ruedi Lengweiler, mit Hund Jaro, erzählt der Gruppe einiges über die Flora und Fauna und Geschichte des Thurdamms. So sei der Damm 1850 gebaut worden zum Hochwasserschutz. Es gibt im Kanal links vom Damm Biberbaue und viel Totholz, dass liegen gelassen wird und die Biodiversität zu fördern. Auf der rechten Seite des Dammes stehen mehrere Zuchtpappeln, fünf verschiedene Spechtarten hausen im Auenland. In Richtung Revier Hau Äuli hörten wir den Gesang von Neuntöter, Goldammern, Mönchsgrasmücken und Pirole, Kuckuck und weiteren Singvögeln. Ein natürliches Frühlingskonzert!

Dritter Posten: Giessen

Die Giessen sind Flutmulden, die künstlich erstellt wurden. Ausgebaggerter Kies und Sand wurden zu Hügeln aufgetürmt. Das Forstamt hat mit Hilfe eines Bauunternehmens diese Arbeit geplant und begleitet. Die Giessen werden nun von Vögeln, z.B. Bienenfressern, Eisvögeln und bald hoffentlich auch Uferschwalben als Nistgelegenheiten genutzt. Der Bund finanzierte die Arbeiten über den NFA. Die Armasuisse ist nach Ansicht von Ranger Reinhold Müller sehr kooperativ zu den Naturschützern.

Vierter Posten: Brücke Ochsenfurt Warth-Weiningen
Einige Leute aus der Gruppe haben sich bereits verabschiedet und haben das letzte Stück Weg nicht auf sich genommen. Genau genommen steht die Brücke nicht dort, wo früher die Ochsenfurt war, sondern es ist eine einfache Fussgänger- und Velobrücke, die zum Dorf Warth-Weiningen führt. Hinter der Eisenbrücke bei der schönen alten Schwarzpappel, hat Ruedi Lengweiler die 4. Bauetappe erklärt. Diese wird nächste Woche profiliert. Zum Kernpunkt dieses Projektteils gehört das Umleiten des Rütibaches um mehrere 100 Meter.
Es war ein cooler, melodiöser und interessanter Morgen in der nahen Natur.